Papierschöpfen – durch Upcycling von Bilderrahmen und Altpapier wird Buntpapier

[Unbezahlte Werbung]

Als Jugendliche habe ich zum ersten Mal Papier geschöpft. Damals im Garten meiner Eltern. Wie ich darauf gekommen bin kann ich gar nicht mehr recht sagen. Es hat jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.

Vor einigen Jahren ist mir das wieder eingefallen und als ich beim Stöbern nach Kreativmaterial im Internet auf dieses Set zum Papierschöpfen gestoßen. Es ist alles dabei, was benötigt wird. Allerdings habe ich mir noch eine größere aber flachere Wanne, zwei kleinere Plastikboxen und zusätzliche größere Schöpfrahmen mit gröberem Sieb gekauft. Die Rahmen aus dem Sieb sind sehr feinmaschig und haben bei mir nicht funktioniert. Deshalb habe ich sie kürzlich einfach neu bespannt. Das Set scheint gerade nicht vorrätig zu sein und entspricht auch nicht jedermanns Preisvorstellung. Du kannst Dir auch selbst ein paar Zutaten zusammen kaufen.

Was Du benötigst:

2 Bilderrahmen aus Holz (ich habe diese hier genommen, woraus ich 5 Schöpfrahmen gemacht habe, und diese in Mini-Größe), Drahtgitter (Lichtschachtabdeckung aus Alu), Möbeltacker, leistungsstarken Mixer (in dem Set, das ich oben erwähnt habe, war einer von Philips; ich nehme ihn auch nur zum Papierschöpfen, ein paar Baumwolltücher, 1 Schwamm, 2 Holzbretter (ich habe welchen aus der Restekiste von Obi), 1 Plastikwanne (ich habe diesen Mörtelkasten und neuerdings zwei kleinere Plastikkisten mit Deckel), Altpapier, eventuell Farbe und Strukturwalzen.

So geht’s:

Die Pappe und Scheibe aus den Bilderrahmen herausnehmen und einen Bilderrahmen auf der Oberseite mit einem Stück Alu-Gitter belegen und dieses mit dem Tacker befestigen. Der zweite Bilderrahmen bleibt unbespannt.

Altpapier in Wasser einweichen.

Im Mixer zu Papierbrei verarbeiten. Lieber erst mal wenig Papier nehmen und langsam nach und nach mixen, bevor der Motor des Mixers zu Schaden kommt.

Wasser und Papierbrei in die Wanne geben. Je mehr Brei desto dicker wird das Papier. Da muss man sich etwas herantasten.

Den Rahmen ohne Sieb mit der flachen Seite (der eigentlichen Vorderseite) auf die Siebseite des Rahmens mit Sieb legen, beide Rahmen kantengleich festhalten und in die Wanne tauchen. Dann senkrecht herausziehen.

 

Das Sieb auf den Wannenrand legen und das Wasser ablaufen lassen. Es ist eine etwas nasse Angelegenheit. Falls Du das innen machst, lege am besten alte Handtücher unter.

Solche Wasserspritzer wie auf dem vorderen Rahmen im oberen Bild vermeiden. Da hab ich den Schwamm über der Wanne ausdrücken wollen und hab aus Versehen ein paar Tropfen Wasser auf den Papierbrei getropft. Diese Stellen werden am fertigen Papier dünner.

Das obere Rahmenteil abnehmen.

Ein Baumwolltuch faltenfrei auf einer harten Unterlage auslegen und das Sieb vorsichtig darauf „stürzen“. Mit dem Schwamm das Sieb und den Papierbrei Stück für Stück vorsichtig gegen die Unterlage drücken. Nicht reiben.

Den Rahmen von einer kurzen Seite her vorsichtig abheben. Der Papierbrei sollte auf dem Baumwolltuch haften. Das gelingt nicht immer. Ab und zu bleibt auch Brei am Sieb hängen. Dann versuchst Du es nochmal vorne oder benutzt es später als kaputtes Papier zum Basteln. Das hat auch seinen Reiz. Man sieht noch die Druckfarben rot und grün der Naturpostkarten, die ich für den Faserbrei verwendet habe. Der Sprenkeleffekt gefällt mir super gut.

Auf das Papier faltenfrei nochmal ein Baumwolltuch legen und die zweite schwere Platte zum Pressen darauf legen. So mach ich es. Andere walzen mit einer Nudelrolle drüber, aber das hat bei mir den ganzen Papierbrei verzogen.

Ich lass es eine Weile so liegen, während ich weitere Papiere schöpfe und diese schon mal auf der oberen Platte ablege. Nach einer Weile die Platte abnehmen und das Papier zum Trocknen aufhängen.

 

 

Oder du besprüht es vor dem Trocknen mit Farbe. Marabu Fashion Spray und Fashion Shimmer klappt auch super.. Mit flüssiger Aquarellfarbe (zB. dieser, bestimmt funktioniert auch andere ) bekommst du aufgrund der Pipette eher größere Flecken, die auch ihren Reiz haben. Auch mit den Liquid Metals von Ken Oliver kann man coole, glitzernde Farbeffekte erzielen.

Das Glitzerpulver von Perfect Pearls ist leider nicht geeignet, da es im trockenen Zustand nicht hält und man es an den Fingern hat, wenn man über das Papier streicht.

Du kannst auch schon den Faserbrei mit den Marabu-Farben einfärben, so dass das Papier an sich schon gefärbt wird.

Ich habe rot, navy und dunkles petrol ausprobiert und die Papiere wurden rosa, helltürkis und knallblau.

Auch Nähfäden machen sich gut im Papier ;-).

Mit Strukturwalzen kannst Du Muster in das feuchte Papier rollen.

Der Effekt ist allerdings im trockenen Zustand nur undeutlich zu erkennen, aber erkennbar.

Die getrockneten Papierbögen kannst du glattbügeln. Ich presse sie in meiner Textilpresse für 20 Sekunden bei 160°.

Hier ein paar Papiere in türkise und goldgelb besprüht.

Da ist eine ganze Menge zusammen gekommen, wobei die ganzen blauen und türkisen Papiere aufgrund meiner Rosaliebe gar nicht drauf sind…. Meine Jungs haben diese Farben für sich bestellt. Und sie haben auch ein bisschen mitgemacht und interessiert zugeschaut.

Ich bin kein Profi, hab einfach mal fotografiert, während ich das Papier gemacht habe.

Von der Eifeltor Mühle habe ich auch noch ein paar Zutaten hier (Papierrohmasse, Farben und Glitzerpulver), aber noch nicht ausprobiert. Man kann dort auch Kurse belegen.

 

Speichere Dir den Beitrag gerne bei Pinterest ab.

Hast Du schon mal Papier geschöpft? Wenn ja, was hast Du daraus gemacht? Wie hast Du es

gestaltet? Ich freu mich auf Deine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.